xbank Academy für IT-Security
Modul 7 · 30 Minuten

Modul 7 - Auslagerung & IKT-Drittparteienrisiko

Drittparteien-Lebenszyklus, DORA Art. 28-44 mit dem CTPP-Konzept, Vertragsgestaltung und Cloud-Spezifika (BSI C5, Shared Responsibility).

Wenn der Cloud-Anbieter “kritisch” wird

Es ist der 14. Januar 2026. In der Vorstandssitzung der xbank liegt ein Brief der EBA auf dem Tisch. Inhalt: ein bestimmter US-Hyperscaler — bei dem die Bank seit acht Jahren ihr Online-Banking-Frontend betreibt — wurde gerade EU-weit als Critical Third-Party Provider (CTPP) nach DORA Art. 31 eingestuft.

Was ändert sich für die Bank über Nacht?

  • Der Anbieter unterliegt jetzt direkter EU-Aufsicht durch die ESAs (EBA, ESMA, EIOPA), nicht mehr nur durch die Bank selbst.
  • Die EU-Aufseher dürfen eigene Inspektionen beim Anbieter durchführen, auch außerhalb der EU.
  • Bei Nicht-Mitwirkung des Anbieters: Zwangsgelder bis 1% des weltweiten Tagesumsatzes pro Tag.
  • Die Bank muss ihre eigene Konzentrations- und Exit-Bewertung aktualisieren — sind wir zu abhängig?

Genau dieses Szenario wird in den nächsten Jahren in vielen Vorstandsetagen durchgespielt — und es ist ein perfekter Aufhänger für Modul 7. Hier geht es um die Welt der Drittparteien: was Auslagerung bedeutet, wie der Lebenszyklus aussieht, was DORA verlangt, und wie Cloud-Sicherheit funktioniert.

Was bedeutet “Auslagerung” in einer Bank?

Nicht jedes Outsourcing ist eine Auslagerung im aufsichtsrechtlichen Sinne. Eine Auslagerung liegt nach MaRisk AT 9 vor, wenn:

  • ein anderes Unternehmen mit der Wahrnehmung von Aktivitäten oder Prozessen beauftragt wird, die normalerweise die Bank selbst erbringen würde,
  • diese Aktivitäten typischerweise ein Bestandteil der bankgeschäftlichen oder bankgeschäftsbegleitenden Tätigkeit sind.

Die Abgrenzung zum reinen Fremdbezug ist unscharf, aber bedeutsam:

BeispielWas ist es?
Microsoft 365 mit Teams, Exchange Online, SharePointAuslagerung wesentlich — Kernkommunikation und Dokumentenablage
Reine Office-Lizenz ohne Cloud-ServicesEher Fremdbezug — Standardsoftware
Cloud-Hosting des Online-BankingsAuslagerung wesentlich — Kerngeschäft
Externe Druckerei für KontoauszügeAuslagerung — bankgeschäftsbegleitend
Strom vom örtlichen VersorgerFremdbezug — keine Bankaktivität
Externer Kreditkarten-VerarbeiterAuslagerung wesentlich — Zahlungsverkehr-Kern

Wesentliche Auslagerungen lösen verschärfte Pflichten aus: explizite Genehmigung der Aufsicht oft nötig, höhere Vertragsanforderungen, intensivere laufende Steuerung. DORA hat den Begriff inhaltlich aufgegriffen, ohne MaRisks Wesentlichkeits-Kategorie 1:1 zu übernehmen.

Drittparteien-Lebenszyklus — fünf Phasen

Jede einzelne Drittparteien-Beziehung folgt einem typischen Lebenszyklus. Wer das versteht, weiß auch, wo welche DORA-Artikel greifen.

Drittparteien-Lebenszyklus — fünf Phasen
1
Pre-Assessment
Konzentrationsrisiko-Bewertung · Due Diligence · Sicherheits-Fragebogen · Cloud-Audit-Berichte (BSI C5, SOC 2) · Bewertung der Wesentlichkeit
DORA-Anker: Art. 28 (Grundsätze), Art. 29 (Konzentrationsrisiko)
2
Vertragsschluss
Acht DORA-Pflichtinhalte verhandeln · SLA-Definition · Audit-Rechte · Subunternehmer-Klauseln · Exit-Strategie schon im Vertrag verankern
DORA-Anker: Art. 30 (vertragliche Vereinbarungen)
3
Onboarding
Aufnahme ins DORA-Register · technische Anbindung mit Sicherheitsprüfung · Schnittstellen-Tests · Aufnahme in Notfall-Pläne · Mitarbeiter-Briefing
DORA-Anker: Art. 28 (Register), Art. 11 (BCM)
4
Laufende Steuerung
SLA-Monitoring · jährliche Audits · Zertifikate prüfen · Vorfall-Tracking · Vertrags-Updates · Sub-Lieferanten-Wechsel überwachen
DORA-Anker: Art. 28 (laufende Überwachung), jährliches Register-Update
5
Exit / Beendigung
Geordnete Migration zu Alternativ-Anbieter · Datenrückgabe · nachweisliche Datenlöschung · Schließung des Eintrags im Register · Lessons Learned ans Gesamtsteuerungs-Team
DORA-Anker: Art. 30 (Beendigung), Exit-Strategie verbindlich seit 17.01.2025
Lese-Hinweis: Die kritischste Phase ist Phase 5 (Exit) — sie wird oft erst dann ernst genommen, wenn es schon brennt. DORA Art. 30 verlangt Exit-Strategien als Vertrags-Pflicht, schon zum Zeitpunkt von Phase 2.
Lebenszyklus jeder IKT-Drittparteibeziehung — von der Bewertung bis zum Exit. Jede Phase hat eigene DORA-Anker und Pflichten.

Beachte: Phase 5 (Exit) wird in der Praxis am häufigsten unterschätzt. Banken haben oft hervorragende Onboarding-Prozesse, aber kein vorab gepröbtes Exit-Konzept. Wenn dann ein Anbieter pleite geht oder den Service einstellt, beginnt die Notfall-Migration ohne Drehbuch. DORA Art. 30 hat genau diese Lücke geschlossen: Exit-Strategien sind seit 17.01.2025 Vertrags-Pflichtinhalt, nicht mehr „nice to have”.

DORA Kapitel V vertieft (Art. 28–44)

Wir hatten in Modul 6 die Übersicht aller DORA-Kapitel gesehen. Kapitel V verdient eine Vertiefung — es ist mit 17 Artikeln das größte und für die Bank-Praxis eines der wichtigsten.

Pflichten der Bank (Art. 28–30)

Art. 28 — Allgemeine Grundsätze. Drittparteien-Risiko ist integraler Bestandteil des IKT-Risikomanagements. Die Verantwortung bleibt bei der Bank, auch wenn Funktionen ausgelagert sind. Pflicht zur laufenden Überwachung und zu einem zentralen Drittparteien-Register, das jährlich an die Aufsicht gemeldet wird.

Art. 29 — Konzentrationsrisiko. Vor jedem Vertragsschluss muss die Bank prüfen:

  • Wie viele kritische Funktionen hängen schon an diesem Anbieter?
  • Gibt es realistische Alternativ-Anbieter?
  • Wie aufwendig wäre ein Wechsel?

Ein klassisches Cluster-Beispiel: 80% der deutschen Kernbank-Anwendungen laufen heute bei einem von drei großen IT-Dienstleistern. Wenn einer ausfällt, ist nicht nur die einzelne Bank in Schwierigkeiten, sondern ein Branchen-Cluster.

Art. 30 — Vertragliche Vereinbarungen. Acht Pflicht-Inhalte:

#Pflicht-Inhalt
1Klare Beschreibung der Funktion und Dienste
2Servicelevels (SLAs) mit messbaren KPIs und Mindestverfügbarkeit
3Anforderungen an Datenort und Datenzugriff
4Audit-Rechte der Bank UND der Aufsichtsbehörde, inklusive Vor-Ort
5Regeln für Subunternehmer (Anzeige, Zustimmung, Kontrollrechte)
6Beendigungs- und Exit-Klauseln mit fristgemäßer Kündigung
7Datenrückgabe und nachweisliche Datenlöschung
8Insolvenz-Klauseln und Notfall-Konzepte des Anbieters

Diese acht Punkte sind in jedem DORA-Audit Pflicht-Lesefutter — die Bank muss zu jedem ihrer Drittpartei-Verträge zeigen können, wo welcher Punkt geregelt ist.

Das CTPP-Konzept (Art. 31–44) — neu mit DORA

Bis DORA hat jede Bank ihre Drittparteien selbst gesteuert. Mit DORA gibt es eine neue Kategorie: Critical Third-Party Provider (CTPPs) — Anbieter, die für viele Banken gleichzeitig kritisch sind.

Wer wird CTPP? Die ESAs (EBA, ESMA, EIOPA) entscheiden anhand eines Kriterienkatalogs (Art. 31):

  • Systemische Bedeutung: Wie viele Finanzunternehmen sind Kunden?
  • Kritikalität der Funktionen: Sind das nur Standard-Dienste oder Kernbank-Funktionen?
  • Substituierbarkeit: Wie schwer ist ein Wechsel?
  • Vernetzung: Hängen viele andere Anbieter selbst von diesem ab?

Erwartet werden 2025/2026 als CTPPs: die großen Hyperscaler (Microsoft Azure, AWS, Google Cloud), bestimmte SWIFT-nahe Anbieter, große Kernbank-Dienstleister.

Direkte EU-Aufsicht. Ein CTPP unterliegt nicht mehr nur der Bank-Aufsicht (über die Banken-Verträge), sondern bekommt eigene EU-Aufseher — sogenannte „Lead Overseer”. Diese dürfen:

  • Untersuchungen anstoßen (Art. 35)
  • Inspektionen vor Ort durchführen, auch außerhalb der EU (Art. 36–37)
  • Empfehlungen aussprechen (Art. 35)
  • Bei Nicht-Mitwirkung Zwangsgelder verhängen — bis 1% des weltweiten Tagesumsatzes des Anbieters pro Tag (Art. 43)
Vertiefung im Normen-Handbuch DORA Kapitel V im Detail Alle 17 Artikel zu Drittparteien mit Vertragsmustern, CTPP-Definition, Aufsichtsstruktur und ISO-27036-Bezug. DORA-Originaldokumente DORA Art. 28-44 mit RTS und ITS zur Drittparteien-Steuerung Marcus' DORA-Übersichtsseite mit Direkt-Links zu den spezifischen RTS/ITS für Drittparteien-Verträge und Aufsicht.

Cloud-Sicherheit — der wichtigste Spezialfall

Auslagerung in die Cloud ist heute der dominante Drittparteien-Fall. Über 70% aller deutschen Banken nutzen 2026 mindestens einen großen Hyperscaler für kritische Funktionen. Was Cloud-Sicherheit besonders macht: die Verantwortungs-Verteilung hängt vom Modell ab.

Drei Cloud-Modelle, drei Verantwortungs-Ebenen

ModellWas kommt vom Anbieter?Was bleibt Bank-Verantwortung?
IaaSServer, Storage, Netzwerk, VirtualisierungBetriebssystem, Middleware, Anwendung, Daten, Identitäten
PaaS+ Betriebssystem, Middleware, LaufzeitAnwendung, Daten, Identitäten
SaaS+ Anwendung selbstDaten, Identitäten, Konfiguration

Shared Responsibility — wer macht was?

Shared Responsibility — Wer verantwortet was?
Schicht On-Premises IaaS PaaS SaaS
Daten Bank Bank Bank Bank
Identitäten Bank Bank Bank Bank
Anwendung Bank Bank Bank Bank
Laufzeit Bank Bank Bank Bank
Middleware Bank Anbieter Bank Bank
Betriebssystem Bank Anbieter Bank Bank
Virtualisierung Bank Anbieter Anbieter Bank
Server / Hardware Bank Anbieter Anbieter Bank
Netzwerk Bank Anbieter Anbieter Anbieter
Rechenzentrum Bank Anbieter Anbieter Anbieter
Lese-Regel: Je weiter rechts im Modell, desto mehr verantwortet der Cloud-Anbieter — und desto kleiner ist der Spielraum der Bank für eigene Konfigurationen. Achtung: Selbst bei SaaS bleiben Daten und Identitäten Verantwortung der Bank. Ein falsch konfigurierter SaaS-Zugriff ist kein Anbieter-Versagen, sondern ein Bank-Versagen.
Shared-Responsibility-Modell: Wer verantwortet welche Schicht im jeweiligen Cloud-Modell. Daten und Identitäten bleiben immer Bank-Verantwortung.

Was du dir mitnehmen musst: Selbst beim ausgelagertsten Modell (SaaS) bleiben Daten und Identitäten Verantwortung der Bank. Capital One 2019 ist genau dafür der Lehrstück-Fall — die Misskonfiguration einer AWS-WAF war kein AWS-Versagen, sondern ein Bank-Versagen. AWS hatte das Werkzeug korrekt geliefert; die Bank hatte es falsch konfiguriert.

BSI C5 als Cloud-Audit-Standard

Der BSI C5 (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue) ist seit 2020 der deutsche Cloud-Audit-Standard. 17 Themenbereiche mit konkreten Anforderungen an den Cloud-Anbieter. Ein C5-Testat wird von einer Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft erstellt und ist heute in vielen Banken-Verträgen mit Cloud-Anbietern Standard.

ThemenbereichInhalt (Beispiele)
Organisation der InformationssicherheitRollen, Verantwortlichkeiten, ISMS
PersonalsicherheitBackground-Checks, Awareness, Sensibilisierung
Asset-ManagementInventarisierung, Klassifizierung
Identitäts- & ZugriffsmanagementRBAC, MFA, PAM für Anbieter-Personal
KryptographieVerschlüsselung in Ruhe und Übertragung, Schlüsselverwaltung
Physische SicherheitRechenzentrums-Zutritt, Umgebungsschutz
BetriebssicherheitPatch-Management, Backup, Logging
KommunikationssicherheitNetzwerk-Trennung, sichere Übertragung
Beschaffung & EntwicklungSDLC mit Security, Secure-by-Default
Steuerung von Sub-DienstleisternSub-Anbieter-Audits, Transparenz
… 7 weitere Bereiche

ISO/IEC 27017 und 27018 — die internationalen Pendants

  • ISO 27017 — Cloud-spezifische Erweiterung zu ISO 27002. Liefert zusätzliche Controls für Cloud-Service-Provider und Cloud-Kunden. International, BSI-kompatibel.
  • ISO 27018 — Datenschutz-Erweiterung speziell für Public Cloud. Hilft beim DSGVO-Nachweis bei Cloud-Auslagerungen.

Praxis-Mix in deutschen Banken: BSI C5 + ISO 27017 + ISO 27018 + DORA-spezifische RTS — Cloud-Audits werden heute mit allen vier Werken gleichzeitig durchgeführt. Tendenz zur Konsolidierung über die kommenden Jahre.

Vertiefung im Normen-Handbuch BSI C5 vollständig — alle 17 Themenbereiche Detaillierte Cloud-Audit-Kriterien, Zusammenspiel mit ISO 27017/27018 und DSGVO-Aspekte.

Praxis: Bank-Beispiele

SolarWinds 2020 — die Software-Lieferkette als Eintrittspunkt

Wir hatten den Vorfall in Modul 1 historisch und in Modul 3 als Angriffsklasse behandelt. Im Drittparteien-Kontext zeigt er das Lieferketten-Problem in Reinkultur: SolarWinds war ein vertrauenswürdiger Anbieter für Netzwerk-Management-Software. Banken wie viele andere Organisationen hatten SolarWinds-Verträge mit allen Zertifikaten, Audit-Berichten und Service-Levels — und bekamen trotzdem die kompromittierte Update-Datei.

Was Drittparteien-Steuerung daraus lernen muss:

  • Audit-Berichte zeigen einen Stichtag, nicht den heutigen Zustand
  • Zertifikate sind kein Schutz vor Supply-Chain-Kompromittierung
  • Code-Signing-Verifikation und Detektion von ungewöhnlichem Update-Verhalten müssen on top kommen
  • DORA Art. 30 verlangt heute genau solche Vertragsklauseln (Sub-Anbieter, Audit-Rechte, Notfall-Konzepte)

MOVEit / Cl0p Mai-Juni 2023 — die unbekannte Drittpartei

Cl0p nutzte einen Zero-Day in Progress MOVEit Transfer — einer Datenübertragungs-Software. Über 2.500 Organisationen waren betroffen, darunter Deutsche Bank, Aon, AXIS Capital, Postbank Schweiz.

Das Bemerkenswerte aus Drittparteien-Sicht: Viele Banken waren nicht direkt MOVEit-Kunden, sondern über ihre Dienstleister, die MOVEit einsetzten. Die Banken kannten den Anbieter „MOVEit” nicht einmal — er war eine Subunternehmen-Komponente ihrer Drittparteien.

DORA Art. 30 Punkt 5 (Subunternehmer-Klauseln) und das Drittparteien-Register adressieren genau dieses Problem: die Bank muss die Subunternehmer-Kette ihrer kritischen Anbieter kennen.

Capital One 2019 — Cloud-Misskonfig als Bank-Versagen

Im Juli 2019 wurde bekannt, dass eine ehemalige AWS-Mitarbeiterin 100 Millionen Datensätze der Capital One exfiltriert hatte. Der Angriffsweg:

  1. Eine Misskonfiguration der AWS Web Application Firewall (WAF)
  2. Erlaubte Server-Side Request Forgery (SSRF)
  3. Damit Zugriff auf die AWS-Metadata-API
  4. Und dort gespeicherte temporäre Credentials
  5. Mit denen S3-Buckets gelesen werden konnten

Aus Shared-Responsibility-Sicht: AWS hatte alle Werkzeuge korrekt bereitgestellt. Die WAF-Konfiguration war Verantwortung von Capital One. Das Versagen war Bank-seitig.

Folgen:

  • 80 Mio Dollar Strafe vom US-OCC wegen mangelhafter Cloud-Risiko-Steuerung
  • 190 Mio Dollar Settlement mit US-Bundesgericht
  • CEO musste sich vor dem US-Senat verantworten

Lehre: Eine Cloud-Auslagerung ist kein Auslagerung der Verantwortung. Bei jeder Audit-Frage „wer hat das konfiguriert” ist meist die Bank gemeint.

Norm-zu-Realität-Mapping mit Drittparteien-Beispiel

Beispiel: DORA Art. 30 (Vertragliche Vereinbarungen) - Mapping
Regulatorik
DORA Art. 30
Anforderung: "Vertragliche Vereinbarungen mit IKT-Drittanbietern müssen acht Pflicht-Inhalte abdecken (Beschreibung, SLA, Audit-Rechte, Subunternehmer, Exit, Datenrückgabe, Insolvenz)."
Wie konkretisiert MaRisk das für Deutschland?
MaRisk
AT 9 - Auslagerung
Konkretisiert für Deutschland: Wesentlichkeits-Kategorisierung, Anzeigepflicht bei wesentlichen Auslagerungen, Kontrollrechte.
Welche internationale Norm liefert die Methodik?
ISO 27036
Lieferantensicherheit
Mehrteilige Norm zur Steuerung von Lieferanten-Beziehungen. Liefert Methodik und Vertrags-Templates.
Welcher Cloud-Audit-Standard greift?
BSI / ISO
BSI C5 / ISO 27017
Cloud-spezifische Audit-Kriterien, mit denen die Bank die Compliance des Anbieters prüfen kann.
Was prüft der Auditor in der Praxis?
Audit
Audit-Frage
"Zeigen Sie mir den letzten Vertrag mit Ihrem Cloud-Hauptanbieter, den letzten C5-Audit-Bericht und Ihre Konzentrationsrisiko-Bewertung."

Die fünf Merksätze für Modul 7

  1. Auslagerung verlagert die Aktivität, nicht die Verantwortung. Egal wie viel ausgelagert ist — die Bank haftet, die Bank antwortet im Audit, die Bank wird sanktioniert.

  2. Drittparteien-Lebenszyklus hat fünf Phasen. Pre-Assessment, Vertrag, Onboarding, laufende Steuerung, Exit. Phase 5 wird am häufigsten unterschätzt — DORA Art. 30 macht Exit-Strategien zur Vertrags-Pflicht.

  3. CTPPs sind ein neues Konzept. Erste Anbieter bekommen 2025/2026 den Status „kritisch nach DORA Art. 31” und damit direkte EU-Aufsicht. Bewertungs-Druck auf die Bank, das Konzentrationsrisiko zu prüfen.

  4. Cloud-Verantwortung folgt dem Shared-Responsibility-Modell. Daten und Identitäten bleiben immer Bank-Verantwortung — auch bei SaaS. Capital One 2019 ist der Lehrstück-Fall dafür.

  5. DORA Art. 30 verlangt acht Pflicht-Inhalte. Beschreibung, SLA, Datenort, Audit-Rechte, Subunternehmer, Exit, Datenrückgabe, Insolvenz-Konzepte. Wer einen seiner Verträge ohne diese acht Punkte hat, hat ein DORA-Compliance-Problem.


Wissens-Check

Quiz zum Modul

7 Fragen · bestanden ab 67% richtigen Antworten.

1. Was unterscheidet eine "Auslagerung" im Sinne von MaRisk AT 9 von einem reinen Fremdbezug von Standardleistungen?

2. Ordne den Phasen des Drittparteien-Lebenszyklus die typische Aktivität zu.

  1. Begriff
    Pre-Assessment
    Definition hierher ziehen oder rechts anklicken
  2. Begriff
    Vertragsschluss
    Definition hierher ziehen oder rechts anklicken
  3. Begriff
    Laufende Steuerung
    Definition hierher ziehen oder rechts anklicken
  4. Begriff
    Exit / Beendigung
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Definitionen

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3. Was ist ein Critical Third-Party Provider (CTPP) nach DORA Art. 31?

4. Welche Inhalte muss ein DORA-konformer Auslagerungs-Vertrag nach Art. 30 enthalten? (mehrere richtig)

Mehrfachauswahl möglich.

5. Was meint "Konzentrationsrisiko" im Sinne von DORA Art. 29?

6. Ordne dem Cloud-Modell zu, welche Schichten typischerweise vom Anbieter verantwortet werden.

  1. Begriff
    IaaS
    Definition hierher ziehen oder rechts anklicken
  2. Begriff
    PaaS
    Definition hierher ziehen oder rechts anklicken
  3. Begriff
    SaaS
    Definition hierher ziehen oder rechts anklicken
Definitionen

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