Mein Weg in die IT begann eigentlich lange bevor daraus ein Beruf wurde. Als ich 1978 meinen ersten Computer bekam — einen Personal Electronic Transactor, kurz PET 2001, von Commodore — war ich fasziniert von allem, was mit Computern zu tun hatte. Der Modellname war damals schon visionär: das Jahrtausend, auf das er anspielte, lag noch 23 Jahre voraus. Von Commodore über Atari und Apple bis hin zu den ersten IBM-PCs habe ich jede Generation miterlebt — und vermutlich auch auseinandergebaut, versucht zu verstehen und im besten Fall wieder erfolgreich zusammengebaut. Nicht immer ohne Folgen — aber definitiv verbunden mit einigen durchaus teuren Lernkurven, selbst für damalige Zeiten.
Damals war für mich schnell klar: Genau das möchte ich beruflich machen.
Nach meiner Ausbildung zum Elektromaschinenbauer studierte ich Nachrichtentechnik und Informatik. Und ich gebe zu: Damals war ich ziemlich stolz darauf, mich anschließend „Diplom-Ingenieur" nennen zu dürfen. Viele Jahre später, als Bachelor- und Mastertitel eingeführt wurden, war ich ehrlich gesagt ganz froh, keinen „Master of Science" vor meinen Namen schreiben zu müssen — Diplom-Ingenieur klingt für mich bis heute einfach nach klassischer deutscher Ingenieursschule.
Seit 1993 arbeite ich als IT-Berater, Trainer und Coach. In den letzten über 30 Jahren durfte ich Projekte in Banken, mittelständischen Unternehmen, Behörden und auch im caritativen Umfeld begleiten. Dabei habe ich unzählige technologische Entwicklungen kommen und gehen sehen — vom Großrechner bis zur Cloud, vom klassischen Netzwerk bis hin zur heutigen KI-Welt.
Und ja: Künstliche Intelligenz begeistert mich aktuell enorm. Wahrscheinlich genauso wie damals die ersten Computer. Der Unterschied ist nur: Heute weiß ich aus Erfahrung, dass Technik allein noch keine erfolgreichen Projekte macht.
Die wirklich entscheidenden Faktoren sind Zusammenarbeit, Kommunikation und Menschen, die gemeinsam etwas bewegen wollen.
Genau deshalb ist diese Academy für mich ein echtes Herzensprojekt. Sie verbindet meine Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten IT-Praxis mit den neuen Möglichkeiten der KI — die ich dabei ganz bewusst als Co-Writer und kreativen Partner nutze.
Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern, Lernen und Entdecken.
Marcus Binz
Und ja — die Frage kam tatsächlich öfter: Warum erst eine Ausbildung zum Elektromaschinenbauer und nicht direkt Ingenieur werden?
Ganz ehrlich? Am Anfang war ich darüber eher unglücklich, weil ich damals sanft in diese Richtung gedrückt wurde. Im Nachhinein war es aber vermutlich einer der besten Wege, die ich hätte gehen können.
Zum einen begann ich mein Studium erst mit 21 — dafür konnte ich diese Zeit aber jeden einzelnen Tag genießen, weil der berühmte „Fallbackplan" einfach da war. Zum anderen haben mir die praktischen Erfahrungen später unglaublich geholfen, gerade beim Bau von Rechenzentren oder in technischen Projekten. Ich konnte nicht nur im Anzug Meetings machen, sondern im Zweifel auch das Jacket ausziehen und praktisch mitarbeiten.
Wenn ich heute jungen Menschen einen Rat geben dürfte, dann vielleicht diesen: Überlegt euch euren Weg gut und habt keine Angst vor Umwegen oder praktischer Erfahrung, bevor ihr direkt nach dem Abitur ins Studium startet.
Aber das sind natürlich nur meine persönlichen Erfahrungen — seine eigenen muss am Ende jeder selbst machen.